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Woran du hochwertiges Tierfutter wirklich erkennst

Aktualisiert: vor 12 Stunden


Gutes Futter oder gutes Marketing? Der Markt für Tierfutter ist riesig – und oft verwirrend. Bunte Verpackungen, große Versprechen und Begriffe wie „Premium“, „natürlich“ oder „mit viel Fleisch“ begegnen uns überall. Doch was steckt wirklich im Napf unserer Tiere? Gutes Futter erkennt man nicht an Werbung, sondern an dem, was tatsächlich drin ist. In diesem Artikel zeige ich dir, worauf du achten solltest, um hochwertiges Tierfutter von gutem Marketing zu unterscheiden.


Hochwertiges Tierfutter erkennen

Deklaration

Die Zutatenliste lügt nicht – man muss sie nur lesen können. Und genau das ist leider gar nicht so einfach. Denn wenig transparente Deklarationen verraten oft nicht, was sich wirklich im Futter befindet. Was bedeutet zum Beispiel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“?

Ein hochwertiges Futter hat nichts zu verstecken und listet alle Zutaten klar und detailliert auf – inklusive Prozentangaben.


→ Je transparenter die Futterdeklaration, desto besser!



Proteinqualität und Herkunft

Woher kommt das Fleisch und wie viel echtes Fleisch ist wirklich im Futter enthalten?

Die Qualität der tierischen Proteine sollte auch für unsere Vierbeiner möglichst hoch sein. Achte darauf, dass keine Schlachtabfälle (v. a. der Kategorie 3) verwendet werden, sondern Fleisch in Lebensmittelqualität. Und was sich auf gar keinen Fall im Futter befinden sollte, ist Tiermehl.


So erkennst du das:

Damit du sicher sein kannst, dass tatsächlich Fleisch enthalten ist, muss in der Deklaration ausdrücklich das Wort „Fleisch“ stehen – zum Beispiel Hühnerfleisch 50 % und nicht Huhn 50 %.


Warum kein Tiermehl?

Ganz einfach: In Tiermehlen wie Geflügelmehl ist kein Fleisch mehr enthalten. Sie bestehen überwiegend aus Nebenprodukten wie Federn, Krallen, Schnäbeln oder Knochen.


→ Kein Tiermehl, sondern echtes Fleisch!



Herstellungsverfahren

Das Herstellungsverfahren sollte möglichst schonend sein. Wird Futter stark erhitzt – wie es bei extrudiertem Trockenfutter der Fall ist –, gehen wichtige, für die Verdauung relevante Stoffe verloren.

Häufig werden hierbei Rohstoffe der Kategorie 3 verwendet, die laut EU-Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 nur stark erhitzt weiterverarbeitet werden dürfen. Schlachtabfälle dieser Kategorie gelten als so minderwertig, dass sie ultrahocherhitzt werden müssen, um Keime abzutöten. Dabei werden jedoch auch wertvolle Enzyme, Vitamine, Proteine, Bakterien und Mineralstoffe zerstört.


Je minderwertiger das Ausgangsmaterial, desto mehr Zusatzstoffe müssen später zugesetzt werden – Stoffe, die der Körper oft nur schlecht verwerten kann und die Leber sowie Nieren zusätzlich belasten.

Futtermilben hingegen überleben dieses Herstellungsverfahren problemlos.


→ Kein extrudiertes Trockenfutter!



Zusatzstoffe

Im Futter sollten sich möglichst wenige – idealerweise gar keine – synthetischen Zusatzstoffe befinden. Ein Verzicht darauf ist meist ein Hinweis auf einen schonenden Herstellungsprozess.

Konservierungsstoffe, Geschmacksstoffe oder synthetische Vitamine haben im Futter nichts verloren und können den Organismus langfristig belasten.


→ Möglichst wenig bis gar keine Zusatzstoffe!



Zutaten und Fleischanteil – Checkliste

Die folgende Checkliste zeigt dir die wichtigsten Zutatenregeln für den Futterkauf:


  • Kein Zucker

    Achtung: Zucker versteckt sich oft hinter Begriffen wie Saccharose, Maltose, Sirup, Karamell, Zuckerrübe, Weizen, Reis usw.


  • Kein Getreide

Ausnahme: Pseudogetreide wie Buchweizen, Quinoa oder Amaranth

→ besonders wichtig für Katzen, da ihnen Enzyme zur Kohlenhydratverdauung fehlen


  • keine Stärke: besonders bei Junghunden kann ein zu hoher Stärkeanteil im Futter zu einem zu schnellen Wachstum und damit zu Gelenkproblemen führen. Katzenfutter sollte gar keine Stärke enthalten!

    z.B. Mais(mehl), Reis, Kartoffeln, Weizen, etc.


Warum führe ich Stärke und Getreide in meiner Liste separat auf, wenn doch beides Kohlenhydrate sind? Ganz einfach: getreidefrei bedeutet nicht gleichzeitig stärkefrei! Bei gedreidefreiem Futter also genau hinschauen.


  • Viel Muskelfleisch, wenig tierische Nebenprodukte

Hund: mindestens 50 % Muskelfleisch, besser 60–80 %

Katze: als reiner Carnivor fast ausschließlich hochwertiges Fleisch


  • Möglichst nur eine Proteinquelle (keine Mischung verschiedener Fleischsorten)


  • Keine Konservierungs-, Geschmacks- oder sonstigen synthetischen Zusatzstoffe



Trockenfutter, Nassfutter oder BARF?

Welche Fütterungsform für deinen Hund am besten geeignet ist, ist immer individuell. In meiner Ernährungsberatung betrachte ich nicht nur die Bedürfnisse deines Hundes, sondern auch, was in deinem Alltag als Tierhalter realistisch umsetzbar ist.


Generell gilt:


  • BARF ist die natürlichste Ernährungsform für Hund und Katze – eine Umstellung ist in jedem Alter möglich

  • Auch Teil-BARF ist eine gute Option

  • Nassfutter ist besser verdaulich als Trockenfutter

  • Wenn Trockenfutter, dann möglichst kaltgepresstes Trockenfutter



Marketing kritisch hinterfragen

Lass dich nicht von Werbeversprechen blenden. Große Tierfutterkonzerne investieren enorme Summen in Marketing und Markenauftritt. Kleinere Hersteller hingegen setzen ihren Fokus häufig auf hochwertige Rohstoffe und transparente Rezepturen – dafür bleibt meist weniger Budget für Werbung.

Diese Hersteller findest du oft nicht im Supermarkt, sondern in BARF-Läden oder online.



Abschließende Gedanken

Mit dieser Anleitung hast du nun eine gute Grundlage, um besser einschätzen zu können, ob ein Futter hochwertig oder eher minderwertig ist. Sie kann dir bei der Auswahl eines neuen Futters helfen oder dabei, das aktuell gefütterte Produkt kritisch zu hinterfragen.


Das Thema Tierernährung ist jedoch sehr komplex und vielschichtig. Aspekte wie Diätfutter, Leckerlis, Nahrungsergänzungsmittel, die unterschiedlichen Verdauungssysteme von Hund und Katze, Futterumstellungen, Allergien oder auch Pferdefutter wurden hier bewusst nicht behandelt.

Diese Themen greife ich in weiteren Blogartikeln und auf meinen Social-Media-Kanälen auf.


Wenn du Fragen hast, wissen möchtest, wie gut das Futter ist, das du derzeit fütterst, oder Unterstützung bei einer Futterumstellung brauchst, melde dich gerne bei mir.




 
 
 

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