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Akupressur für Tiere – die wichtigsten Punkte für mehr Entspannung, Beweglichkeit und Wohlbefinden


Akupressur ist eine sanfte Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Im Gegensatz zur Akupunktur werden dabei keine Nadeln verwendet. Stattdessen werden bestimmte Akupunkturpunkte mit leichtem Druck oder kreisenden Bewegungen stimuliert.


Nach der TCM soll so der Energiefluss ("Qi") harmonisiert und die Selbstheilung des Körpers unterstützt werden. Aus westlicher Sicht geht man davon aus, dass die Stimulation unter anderem die Durchblutung fördern, Muskelverspannungen lösen, das Nervensystem beeinflussen und die Ausschüttung körpereigener schmerzlindernder Stoffe anregen kann.



Wie wirksam ist Akupressur?

Akupressur ist schmerzfrei und gut verträglich und eignet sie sich sowohl für Hunde als auch für Katzen und Pferde – als sinnvolle Ergänzung zu einer tierärztlichen oder physiotherapeutischen Behandlung.


Studien zeigen Hinweise darauf, dass die Stimulation von Akupunkturpunkten Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und das allgemeine Wohlbefinden fördern kann – insbesondere bei chronischen Beschwerden wie Arthrose

Tierphysiotherapeutin wendet Akupressur bei einem Hund an, um Schmerzen zu lindern und die Entspannung zu fördern.

Weiterführende Studien:



Wann eignet sich Akupressur?

Akupressur kann u.a. unterstützend eingesetzt werden bei:

  • Arthrose und Gelenkbeschwerden

  • Muskelverspannungen und Rückenschmerzen

  • chronischen Erkrankungen

  • chronischen Schmerzen

  • Stress, Nervosität und Ängsten

  • Verdauungsbeschwerden (z. B. Übelkeit oder Appetitlosigkeit)

  • Unterstützung der Regeneration nach Operationen oder sportlicher Belastung

  • und mehr!


👉 Sie ersetzt keine Diagnose oder Behandlung der Ursache, kann aber den Körper dabei unterstützen, Schmerzen zu lindern und seine Selbstregulation zu fördern.



"Kann ich mein Tier selbst behandeln?"

Viele Akupressurpunkte können Tierhalter nach einer kurzen Anleitung selbst anwenden. Gerade bei leichten Beschwerden oder zur Unterstützung des Wohlbefindens kann Akupressur eine wertvolle Ergänzung im Alltag sein.


Eine Behandlung zu Hause eignet sich beispielsweise bei:

  • leichten Muskelverspannungen

  • altersbedingter Steifheit

  • Stress, Nervosität oder Unruhe

  • Unterstützung nach körperlicher Belastung

  • allgemeiner Entspannung und Gesundheitsvorsorge


Ein Tierphysiotherapeut, Tierheilpraktiker oder Tierarzt sollte hinzugezogen werden, wenn:

  • starke oder plötzlich auftretende Schmerzen bestehen,

  • eine Lahmheit oder Bewegungsstörung neu auftritt,

  • die Ursache der Beschwerden unklar ist,

  • dein Tier Fieber, neurologische Ausfälle oder andere akute Symptome zeigt,

  • die Beschwerden trotz Akupressur anhalten oder sich verschlimmern.


👉 Wichtig: Akupressur ersetzt keine tierärztliche Diagnostik. Vor allem bei plötzlich auftretenden oder starken Beschwerden sollte die Ursache immer zunächst abgeklärt werden.



Die wichtigsten Akupressurpunkte für den Alltag

Die folgenden Punkte eignen sich besonders gut für häufige Beschwerden bei Hund, Katze und Pferd. Sie sind leicht zu finden und werden auch in der Akupunktur häufig eingesetzt.


1. Dickdarm 4 (Di4) – der Schmerzlinderungspunkt

Lage: Zwischen Daumen-/Afterkralle und dem zweiten Zeh im Hautzwischenraum der Vorderpfote bzw. des Vorderhufs.


Kann unterstützen bei:

allgemeinen Schmerzen, Muskelverspannungen, Arthrose, Kopf- und Zahnbeschwerden, Förderung der Durchblutung


⚠️ Nicht während der Trächtigkeit anwenden, da dieser Punkt wehenfördernd wirken kann.



2. Magen 36 (Ma36) – der Energiepunkt

Lage: An der Außenseite des Vorderbeins knapp unterhalb des Knies (je nach Tierart etwas unterschiedlich).


Kann unterstützen bei:

Müdigkeit und Erschöpfung, geschwächtem Immunsystem, Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen, Rekonvaleszenz


ℹ️ Dieser Punkt gehört zu den am häufigsten verwendeten Akupunkturpunkten überhaupt.



3. Blase 23 (Bl23) – Unterstützung für Rücken und Hinterhand

Lage: Rechts und links neben der Lendenwirbelsäule.


Kann unterstützen bei:

Rückenschmerzen, Verspannungen im Lendenbereich, Schwäche der Hinterhand, älteren Tieren mit Bewegungseinschränkungen



4. Gallenblase 34 (Gb34) – Gelenke und Sehnen

Lage: Außenseite des Hinterbeins, knapp unterhalb des Kniegelenks.


Kann unterstützen bei:

Gelenkbeschwerden, Sehnen- und Bänderproblemen, Muskelverspannungen, eingeschränkter Beweglichkeit


💡 Besonders beliebt bei Sport- und Seniorenhunden sowie Pferden.



5. Leber 3 (Le3) – gegen Stress und Anspannung

Lage: Zwischen den inneren Zehen der Hinterpfote bzw. am Hinterbein.


Kann unterstützen bei:

Nervosität, Stress, innerer Unruhe, Muskelverspannungen, Reizbarkeit


✅ Viele Tiere entspannen sich bereits nach kurzer Stimulation dieses Punktes sichtbar.



6. Herz 7 (He7) – der Entspannungspunkt

Lage: An der Innenseite des Vorderbeins oberhalb des Karpalgelenks.


Kann unterstützen bei:

Angst, Nervosität, Unruhe, Stress, schlechter Entspannung


🔍 Ein beliebter Punkt vor stressigen Situationen wie Tierarztbesuchen oder an Silvester.



7. Yin Tang – der Ruhepunkt

Lage: Mittig zwischen den Augen.


Kann unterstützen bei:

Stress, Angst, Aufregung, Schlafproblemen, allgemeiner Entspannung


👉 Viele Tiere schließen dabei die Augen, gähnen oder beginnen zu dösen. Deshalb wird Yin Tang häufig als "Entspannungspunkt" bezeichnet.



"Wie finde ich Akupressurpunkte?"

Die genaue Lage eines Akupressurpunktes unterscheidet sich je nach Tierart und Körpergröße leicht. Deshalb orientiert man sich nicht an festen Zentimeterangaben, sondern an gut tastbaren Knochen, Gelenken und Muskelstrukturen.


So findest du die Punkte leichter:

  • Lass dein Tier entspannt stehen oder liegen.

  • Taste die Knochen und Gelenke mit den Fingerspitzen ab.

  • Suche den beschriebenen Orientierungspunkt.

  • Arbeite langsam und ohne Druck.

  • Häufig reagiert das Tier an der richtigen Stelle mit Entspannung, einem tiefen Ausatmen, Blinzeln oder leichtem Zucken der Haut.


💡 Tipp: Gerade am Anfang helfen anatomische Abbildungen oder die Anleitung durch einen erfahrenen Tiertherapeuten. So kannst du die Punkte sicher ertasten und später problemlos selbst anwenden.



Akupressur richtig anwenden – Schritt für Schritt

Für eine erfolgreiche Akupressur braucht es vor allem eines: Ruhe. Nimm dir Zeit und wähle einen Moment, in dem dein Tier entspannt ist und die Behandlung freiwillig zulässt. Zwang oder Festhalten führen meist dazu, dass dein Tier sich anspannt – und genau das möchten wir vermeiden.


So gehst du vor:

  1. Schaffe eine ruhige Atmosphäre. Wähle einen Ort ohne Ablenkung, an dem sich dein Tier wohlfühlt.

  2. Finde den gewünschten Akupressurpunkt. Taste ihn zunächst vorsichtig mit den Fingerspitzen ab.

  3. Übe sanften Druck aus. Drücke den Punkt leicht mit Daumen oder Zeigefinger oder massiere ihn mit kleinen kreisenden Bewegungen. Der Druck sollte angenehm sein – niemals schmerzhaft.

  4. Halte den Druck 30–60 Sekunden. Je nach Punkt und Tier kannst du ihn bis zu 1–2 Minuten behandeln.

  5. Behandle beide Körperseiten. Viele Akupressurpunkte sind paarig angelegt und sollten rechts und links gleichermaßen stimuliert werden.



Wie oft sollte Akupressur bei Tieren angewendet werden?

Bei akuten Beschwerden kann Akupressur ein- bis zweimal täglich durchgeführt werden. Zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen oder zur Gesundheitsvorsorge reichen oft zwei bis drei Anwendungen pro Woche.


Eine Behandlung dauert meist 5 bis 15 Minuten. Gerade zu Beginn gilt: Weniger ist oft mehr.

💡 Lieber öfter und sanft, als einmal zu intensiv.



"Woran erkenne ich, dass die Behandlung wirkt?"

Viele Tiere zeigen schon während der Behandlung deutliche Zeichen der Entspannung. Typische Reaktionen sind:

  • tiefes Ausatmen oder Seufzen

  • Gähnen

  • Blinzeln oder halb geschlossene Augen

  • Lecken oder Schlucken

  • entspannte Körperhaltung

  • Einschlafen oder Dösen

  • lockerer werdende Muskulatur


Bei Beschwerden des Bewegungsapparates kann sich die Wirkung auch erst in den Stunden oder Tagen nach der Behandlung zeigen – etwa durch ein flüssigeres Gangbild oder mehr Bewegungsfreude.


⚠️ Reagiert dein Tier mit Unruhe, weicht aus oder zeigt Schmerzen, solltest du den Druck verringern oder die Behandlung beenden.



Wann sollte Akupressur nicht angewendet werden?

Obwohl Akupressur als sehr schonende Methode gilt, gibt es Situationen, in denen darauf verzichtet oder zunächst ein Tierarzt aufgesucht werden sollte.


Keine Akupressur bei:

  • ungeklärten akuten Schmerzen

  • Fieber oder schweren Infektionen

  • offenen Wunden oder Hautentzündungen im Bereich des Punktes

  • Knochenbrüchen oder frischen Verletzungen

  • Kreislaufnotfällen

  • starken neurologischen Ausfällen


Außerdem gibt es einzelne Akupressurpunkte – beispielsweise Dickdarm 4 (Di4) –, die während der Trächtigkeit nicht angewendet werden sollten, da sie wehenfördernd wirken können.


👉 Im Zweifel gilt immer: Erst die Ursache tierärztlich abklären lassen, dann ergänzend mit Akupressur unterstützen.



Akupressur ist erst der Anfang!

Akupressur kann ein wertvoller Baustein sein, um Schmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen und das Wohlbefinden deines Hundes, deiner Katze oder deines Pferdes zu fördern. Die besten Ergebnisse entstehen jedoch meist dann, wenn sie in ein ganzheitliches Therapiekonzept eingebettet wird.


Akupressur sollte mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden – je nach Beschwerden beispielsweise mit Physiotherapie, einer individuell angepassten Fütterung oder ausgewählten ätherischen Ölen. Richtig eingesetzt können hochwertige ätherische Öle die entspannende oder ausgleichende Wirkung der Akupressur sinnvoll ergänzen und intensivieren.


Du möchtest noch mehr über die sichere Anwendung ätherischer Öle bei Hund, Katze und Pferd erfahren? In meinem Webinar zeige ich dir, welche Öle sich im Tieralltag bewährt haben, worauf du bei der Anwendung achten solltest und wie du sie sinnvoll mit Akupressur kombinieren kannst.


Oder möchtest du dein Tier individuell unterstützen?

❤️ Dann vereinbare gerne einen Termin. Gemeinsam erstellen wir einen ganzheitlichen Behandlungsplan, der genau auf die Bedürfnisse deines Tieres abgestimmt ist.

 
 
 

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