top of page

Schmerzen beim Tier erkennen und richtig handeln


Schmerzen sind für unsere Tiere genauso belastend wie für uns Menschen – nur können sie uns leider nicht sagen, wo es weh tut. Viele Tiere verbergen Schmerzen sogar instinktiv, weil sie in der Natur keine Schwäche zeigen dürfen. Deshalb ist es für Tierhalter besonders wichtig, Veränderungen im Verhalten frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.


Schmerzen erkennen

Oft sind es kleine Veränderungen im Alltag, die auf Schmerzen hinweisen. Ein Tier, das sonst aktiv und fröhlich ist, zieht sich plötzlich zurück oder wirkt gereizt. Manche Tiere schlafen mehr, andere wirken unruhig oder vermeiden bestimmte Bewegungen.


Auch Veränderungen beim Fressen, bei der Körperhaltung oder im Sozialverhalten können ein Hinweis sein. Wichtig ist: Jeder Hund und jede Katze zeigt Schmerzen anders. Tierhalter kennen ihr Tier meist am besten – wenn „etwas nicht stimmt“, sollte man diesem Gefühl nachgehen.



Typische Schmerzsymptome

Je nach Ursache können Schmerzen sich unterschiedlich äußern. Häufige Anzeichen sind zum Beispiel:


chronische Schmerzen Hund

Bei Schmerzen im Bewegungsapparat

  • Lahmheit oder Bewegungsunlust

  • Steifheit, besonders nach dem Aufstehen

  • gekrümmte Körperhaltung

  • Schonhaltung

  • Tier springt nicht mehr auf Sofa / Kratzbaum


Bei Schmerzen der inneren Organe

  • verminderter Appetit

  • Futterverweigerung

  • weniger Bewegung / Rückzug

  • sogenannte “Gebetsstellung”

  • angespannte Bauchmuskulatur


Weitere mögliche Schmerzzeichen

  • Unruhe oder häufiges Positionswechseln

  • vermehrtes Schlafen

  • Aggressivität oder Reizbarkeit

  • Lecken oder Knabbern an bestimmten Körperstellen

  • Hecheln, übermäßiges Speicheln

  • Zittern ohne erkennbare Ursache

  • Gewichtsverlust

  • schnelle oder angestrengte Atmung

  • Lautäußerungen (z.B. vermehrtes Miauen oder Winseln)

  • Schmerzgesicht (angespannte Mimik)

  • Wesensveränderungen


Gerade chronische Schmerzen werden oft lange übersehen, weil sie sich schleichend entwickeln.



Was tun, wenn das Haustier Schmerzen hat?

Der erste und wichtigste Schritt ist immer eine tierärztliche Abklärung. Schmerzen sind ein Symptom – keine eigenständige Krankheit. Deshalb sollte zunächst herausgefunden werden, woher die Beschwerden kommen.


Mögliche Ursachen für Schmerzen

Hinter Schmerzen können viele unterschiedliche Erkrankungen stecken, zum Beispiel:

  • Arthrose oder andere Gelenkerkrankungen

  • Bandscheibenvorfälle

  • Verletzungen

  • Zerrungen oder sonstige Sehnen- und Muskelerkrankungen

  • Muskelkater

  • Zahnprobleme

  • Entzündungen

  • Allergien oder Hauterkrankungen

  • Organerkrankungen

  • und mehr


Eine ausführliche Diagnostik ist wichtig, damit die Behandlung sinnvoll und individuell angepasst werden kann.



Kortison – sinnvoll oder vorschnell eingesetzt?

Kortison kann in bestimmten Situationen sehr hilfreich sein. Beispielsweise kann es bei einem Bandscheibenvorfall eingesetzt werden, um starke Entzündungen und Schwellungen zu reduzieren.


Allerdings ist Kortison kein Mittel für jede Situation. Gerade bei Hautproblemen oder Juckreiz wird es manchmal sehr schnell eingesetzt, ohne nach der eigentlichen Ursache zu suchen – oder gerade weil man die eigentlich Ursache nicht herausfindet? Ganz nach dem Motto “Wenn es hilft, kann es ja nicht schaden.”


Doch, leider schon. Denn nur weil Symptome verschwinden, bedeutet das nicht automatisch, dass auch die eigentliche Ursache behandelt wurde. Kortison kann Beschwerden oft sehr schnell lindern – gleichzeitig wird die zugrunde liegende Problematik jedoch häufig nur überdeckt.


Eine dauerhafte oder häufige Gabe von Kortison kann zudem mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein und verschiedene Folgeerkrankungen begünstigen. Der Grund dafür ist, dass Kortison nicht nur Entzündungsprozesse beeinflusst, sondern auch tief in den Hormonhaushalt und das Immunsystem eingreift.


Mögliche Folgen können unter anderem sein:

  • Magen-Darm-Probleme

  • Herz-Kreislauf-Belastungen

  • Störungen im Stoffwechsel

  • Fortpflanzungsstörungen

  • erhöhte Infektanfälligkeit durch ein geschwächtes Immunsystem


Wird Kortison über längere Zeit eingesetzt, kann außerdem die körpereigene Hormonproduktion in der Nebennierenrinde herunterreguliert werden. Eine dauerhaft überlastete oder geschwächte Nebennierenfunktion kann das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes erhöhen und sich unter anderem in Erschöpfung, Immunschwäche und einer erhöhten Stressanfälligkeit äußern.


Deshalb sollte Kortison – so hilfreich es in bestimmten Situationen sein kann – immer sorgfältig und möglichst gezielt eingesetzt werden.



Librela – nicht die beste Lösung

Ein relativ neues Medikament in der Schmerztherapie bei Hunden ist Librela. Es wird vor allem bei Arthrose eingesetzt und wirkt über Antikörper gegen bestimmte Schmerzbotenstoffe.


Viele Hunde profitieren davon – dennoch berichten Tierhalter und Therapeuten auch von teils massiven Nebenwirkungen, zum Beispiel:

  • starke Verschlechterung der Beweglichkeit

  • neurologische Symptome

  • allgemeine Schwäche oder Wesensveränderungen


Wie bei jeder Therapie gilt auch hier: Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und eine individuelle Entscheidung für jedes Tier sind wichtig.



Natürliche Schmerzmittel für Tiere

Neben der klassischen Tiermedizin können auch natürliche Ansätze unterstützend eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel:


Pflanzliche Wirkstoffe: z. B.

  • Teufelskralle

  • Weihrauch

  • Kurkuma

  • Arnika

  • CBD


Homöopatische Mittel: z.B.

  • Arnika

  • Spaskopren

  • Zeel in Kombination mit Traumeel


Auch Heilpilze, Akupunktur / Akupressur, Physiotherapie, Lasertherapie oder individuell abgestimmte Futterergänzungen, wie z.B. Omega-3-Fettsäuren, MSM oder PEA können Besserung schaffen.


Wie du siehst, gibt es einige Möglichkeiten, die Schmerzen deines Vierbeiners auf natürliche Weise zu unterstützen. Welche davon für dein Tier geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab und sollte immer von einem Fachmann individuell abgestimmt werden – je nach Ursache, Tierart, Alter, allgemeiner Verfassung und weiteren Umständen.



Was du für dein Tier tun kannst?

Gerade bei chronischen Schmerzen – zum Beispiel bei Arthrose, Rückenproblemen oder wiederkehrenden Entzündungen – kann eine individuell abgestimmte, ganzheitliche Unterstützung zusätzlich sehr hilfreich sein.


Wenn du eine natürliche und begleitende Schmerztherapie in Betracht ziehen möchtest, unterstütze ich dich gerne. Gemeinsam schauen wir uns die Situation deines Tieres an und finden einen Weg, der zu ihm passt .


Denn das Ziel ist immer dasselbe: mehr Lebensqualität und möglichst wenig Schmerz für unsere Tiere. 🐾

❤️




 
 
 

Kommentare


bottom of page