Aromatherapie – Was können ätherische Öle eigentlich?
- Felicitas de Oliveira Santos
- 23. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Nov. 2025
Schon vor Tausenden von Jahren nutzten Menschen aromatische Pflanzen für rituelle und gesundheitliche Zwecke. Die Aromatherapie zählt zu den ältesten Methoden, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen – heute scheint sie fast in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei bietet sie gerade in unserer heutigen, hektischen Zeit eine wohltuende Möglichkeit, Stress abzubauen, den Körper zu stärken und die Gesundheit auf natürliche Weise zu unterstützen.

Was sind ätherische Öle?
Die Aromatherapie nutzt die Kraft ätherischer Öle. Das sind hochkonzentrierte Pflanzenessenzen, die aus Blüten, Blättern, Früchten, Harzen oder Wurzeln gewonnen werden. Sie enthalten nicht nur den charakteristischen Duft der Pflanze, sondern auch ihre wertvollen Wirkstoffe – in geballter Form.
So entspricht bereits ein einziger Tropfen ätherisches Pfefferminzöl etwa der Wirkstoffmenge von 25 Tassen Pfefferminztee.
Wie wirken ätherische Öle auf unseren Körper?
Der spannendste Teil der Aromatherapie sind die Wirkmechanismen der ätherischen Öle, denn der Duft spielt hierbei keine entscheidende Rolle. Auch bei Menschen und Tieren, die ihren Geruchssinn vollständig verloren haben, gelangen die Pflanzenwirkstoffe in den Körper und können dort ihre wohltuende Wirkung entfalten.
Ätherische Öle können auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen – in meiner Praxis spielen vor allem die Aufnahme über die Haut und über die Atemwege eine wichtige Rolle.
Über die Haut (transdermal)
Wird ein Öl in einem Trägeröl verdünnt auf die Haut oder das Fell aufgetragen, gelangen die feinen Moleküle über Haarfollikel und Hautporen in den Blutkreislauf.
Über die Nase (inhalativ)
Hier beginnt die Magie der Düfte: Beim Einatmen gelangen die Duftmoleküle zur Riechschleimhaut in der Nase. Dort treffen sie auf spezielle Nervenzellen, die die Duftinformationen direkt ins Gehirn leiten – genauer gesagt:
➜ Ins limbische System: steuert Emotionen, Erinnerungen, Verhalten
➜ zum Hypothalamus: verbindet Nervensystem und Hormonsystem, steuert z.B. Hunger, Schlaf, Stressreaktionen
➜ Zur Hypophyse: Schaltzentrale der Hormone, steuert Hormonproduktion in anderen Drüsen und beeinflusst so viele Körperfunktionen
Viele Bestandteile ätherischer Öle sind so klein, dass sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. Dadurch können sie eine direkte biochemische Wirkung auf Nervenzellen, Hormondrüsen oder Immunzellen entfalten. Viele Tierhalter berichten, dass ätherische Öle in ihrer Anwendung unter anderem schmerzlindernd, entzündungshemmend und beruhigend wirken, das Immunsystem stärken, die Aufmerksamkeit fördern oder die Stimmung positiv beeinflussen können.
Zusätzlich besitzen einige Tiere – z.B. Hunde und Katzen – ein Vomeronasalorgan (Jacobson-Organ). Dieses erkennt Duftstoffe und Pheromone in minimaler Konzentration und kann dadurch Verhalten und Stressreaktionen beeinflussen.
Mögliche Effekte der ätherischen Öle
Dank dieser Wirkmechanismen können ätherische Öle auf vielfältige Weise auf Körper und Geist wirken – und genau das macht sie so vielseitig einsetzbar. In der Praxis werden ätherische Öle begleitend eingesetzt, z.B. um Haut- und Fell zu pflegen, die Sinne zu stimulieren, Entspannung und Ruhe zu fördern, Aufmerksamkeit oder Konzentration zu unterstützen, Stimmung und Verhalten positiv zu begleiten.
Die Aromatherapie schenkt uns eine einfache Möglichkeit, die Schätze der Natur bewusst für unsere Gesundheit zu nutzen. Richtig ausgewählt und angewendet unterstützen ätherische Öle bei zahlreichen Gesundheitsthemen und sind damit weit mehr als nur ein Duft.
Die Auswahl der Öle richtet sich nach Tier, Situation und individuellen Bedürfnissen. Erfahre mehr zur richtigen Anwendung, Auswahl, Dosierung oder lerne alltagstaugliche Rezepte kennen in meinen weiteren Blogartikeln.
Quellen:



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