Sind ätherische Öle giftig für Katzen?
- Felicitas de Oliveira Santos
- 15. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Dez. 2025
Ätherische Öle werden in der Tiernaturheilkunde häufig eingesetzt – zur Entspannung, zur Unterstützung des Immunsystems oder bei kleinen Alltagsbeschwerden. Doch immer wieder höre ich in meiner Tierheilpraxis die Frage: Sind ätherische Öle giftig für Katzen?
Die ehrliche Antwort lautet: Sie können es sein. Katzen haben einen ganz besonderen Stoffwechsel – und genau das macht sie so empfindlich gegenüber ätherischen Ölen.

Warum wirken manche Öle toxisch bei Katzen?
Die gute Nachricht vorweg: Die Aromatherapie eignet sich auch für Katzen, denn nicht alle ätherischen Öle sind giftig für unsere schnurrenden Vierbeiner. Mann muss jedoch deutlich vorsichtiger sein als beim Menschen, Hund oder Pferd. Die Aromatherapie sollte bei Katzen deshalb nur mit Rücksprache eines Profis erfolgen.
Katzen fehlt ein entscheidendes Enzym in der Leber: die Glucuronyltransferase. Dieses Enzym ist ein zentraler Bestandteil des körpereigenen Entgiftungssystems.
Was bedeutet das konkret?
Wichtige Entgiftungsmechanismen fehlen
Toxische Stoffe werden deutlich langsamer abgebaut
Bestimmte Substanzen können sich im Körper anreichern
Zu diesen problematischen Stoffen zählen auch viele Bestandteile ätherischer Öle. Schon geringe Mengen können den Katzenorganismus überfordern und langfristig zu Vergiftungserscheinungen führen.
Welche Öle sollte man bei Katzen vermeiden?
Nicht jedes ätherische Öl wirkt gleich stark – dennoch gibt es Öle, die im Katzenhaushalt besonders kritisch sind: Ätherische Öle mit hohem Phenolgehalt & Zitrusöle sowie alle synthetischen Öle (!)
Teebaum
Nelkenblatt
Bohnenkraut
Oregano
Thymian
Wintergrün
Eukalyptus globulus (Alternative: Eukalyptus radiata)
Zitrusöle: z.B. Zitrone, Orange, Grapefruit, Bergamotte
Anwendung ätherischer Öle bei Katzen: Grundregeln
Ätherische Öle immer stark verdünnen! Bewährt hat sich die Zahnstochermethode: Einen Zahnstocher kurz mit der Spitze in das ätherische Öl tauchen und anschließend ein ein Trägeröl oder Wasser einrühren.
Nur naturreine, hochwertige Öle verwenden. Auf gar keinen Fall synthetische oder gestreckte Öle. Wie du hochwertige ätherische Öle erkennst, erkläre ich in meinem Blogartikel zur Aromatherapie.
Ausschließlich inhalativ anwenden. Katzen putzen sich intensiv – dabei würde das Öl abgeleckt werden und direkt in den Körper gelangen.
Hydrolate als Alternative verwenden. Die Pflanzenwässer sind sehr mild und schonend, enthalten nur Spuren ätherischer Pflanzenbestandteile und sind meist deutlich besser verträglich.
Keine Dauerbeduftung. Die Katze muss jederzeit den Raum verlassen können.
Aromatherapie bei Katzen am besten nur in Begleitung eines erfahrenen Profis
So stellst du sicher, dass Auswahl, Dosierung und Anwendung wirklich zu deiner Katze passen. Jede Katze ist individuell – eine fachkundige Beratung schützt vor gut gemeinten, aber riskanten Anwendungen.



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